Deutschland betreibt gegenüber Afghanistan eine prinzipiengeleitete Arbeitsverweigerung. Und das, obwohl es dort nach zwanzig Jahren Intervention einen politischen und wirtschaftlichen Trümmerhaufen hinterlassen hat. Deutschland verweigert genau jene Kooperation, die nötig wäre, um Abschiebungen, Sicherheitspartnerschaften oder wirtschaftliche Stabilisierung in Afghanistan überhaupt erst möglich zu machen. Während Deutschland auf eine prinzipiengeleitete Außenpolitik pocht, übernimmt Katar die diplomatische „Drecksarbeit“ bei Abschiebungen nach Afghanistan. Zugleich verbreitet das politische Berlin den Eindruck, es gäbe keinen Ansprechpartner in Kabul. Doch das stimmt nicht. Die Taliban signalisieren seit mehr als zwei Jahren, dass Afghanistan sehr wohl für konstruktive, regelgebundene Gespräche offen ist. Immer wieder wird über Abschiebungen in das krisengebeutelte Land diskutiert. Unions-Größen wie Bundeskanzler Friedrich Merz oder Bundesinnenminister Alexander Dobrindt fordern …